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Dr. Martens: Vom Arbeitsschuh zum modischen Kultobjekt

Als der deutsche Arzt Dr. Klaus Märtens 1945, nur wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die ersten Dr. Martens Boots konstruierte, ahnte er wohl nicht, welchen Kultstatus die Stiefel einmal erreichen würden. Er fertigte sein erstes Paar Docs aus den typischen Materialien, die es zu dieser Zeit gab: Gummi aus Naturkautschuk und Lederreste der Armee. In den Anfangsjahren des Unternehmens waren die Kunden der Schuhe mit dem hohen Tragekomfort überwiegend weiblich. Die Frauen schätzten die gute Lederqualität der Stiefel und die weichen, aber dennoch haltbaren Sohlen. Die Docs wurden zum Erfolgsmodell, denn die Stiefel verknüpften eine bequeme Passform mit zeitgemäßem Schick. Im Jahr 1952 eröffnete Dr. Martens die erste Schuhfabrik in München und produzierte Docs in über 200 verschiedenen Auflagen, für die er auch international warb. Der bedeutende englische Schuhfabrikant Bill Griggs wurde auf die deutschen Stiefel aufmerksam und erwarb die Lizenz für die Produktion der luftgepolsterten Sohle. Er passte das Aussehen den Vorlieben seiner Kunden an und verband Schuhsohle und Oberschuh mit dem bis heute für die Marke typischen gelben Nähfaden. Der legendäre 8-Eye-Boot wurde in den darauffolgenden Jahren zum Standardschuh englischer Polizisten, Soldaten, Postboten und Fabrikarbeiter. Dr. Martens Stiefel haben sich darüber hinaus mit der Zeit zu einem politischen Symbol entwickelt. Der britische Sozialist Tony Benn trug seine Dr. Martens im Parlament, um damit seine persönliche Verbundenheit mit der Arbeiterklasse zu demonstrieren. In den 60er-Jahren entdeckte die Subkultur der Punks die Stiefel für sich, da die Verbindung der Dr. Martens mit der Arbeiterszene auch die jungen Wilden ansprach. Sie verzierten die klassischen Boots mit bunten Schnürbändern, Farben, Ketten oder Nieten und gaben ihnen so eine individuelle Optik. Die Stars der Wave-Bewegung der 80er-Jahre, allen voran Ann Clark und Depeche Mode, sorgten für die ungebrochene Popularität der Boots.

Docs: Rebellion und Mode gepaart in einem Schuh

Dr. Martens können auf eine lange Geschichte zurückblicken und sind aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken. Das Geheimnis für die ungebrochene Beliebtheit von Dr. Martens ist einfach: Docs sind einfach unglaublich bequem. Die Docs-Träger identifizieren sich inzwischen nicht mehr unbedingt mit einer Jugendbewegung und kombinieren die Schuhe als modisches Accessoire zu vielen Looks. Die Stiefel sind von zeitloser Schönheit und ordnen sich aktuellen Modeströmungen problemlos unter. Seit den Anfangstagen der Produktion haben Dr. Martens Stiefel ihr Aussehen nur unwesentlich verändert. Durch eine Veränderung der Materialzusammensetzung haben Dr. Martens eine etwas hellere und in der Färbung attraktivere Sohle bekommen. Sie ist zudem etwas weicher und bietet durch die Luftpolsterung bequemen Laufkomfort. Das verwendete Material ist nach wie vor öl-, fett-, säure-, benzin- und alkaliresistent und außerordentlich strapazierfähig. Waren die ersten Docs noch aus einheitlich schwarzem Leder gefertigt, so überraschen Docs heute mit spektakulären Designs und fröhlichen Farben. Neben den traditionellen Schnürboots erfreuen sich auch 3-Loch-Halbschuhe und Spangen-Damenschuhe in der hübschen Mary Jane-Form großer Beliebtheit. Die klassischen 8-Eye-Boots wurden für die weibliche Kundschaft durch einen erhöhten Absatz modisch aufgewertet. 2007 wurde eine Dr. Martens Vintage Collection aufgelegt, für die unverkennbar die Schuhkollektionen der Ursprungsjahre der Marke Pate standen.